Sonja Timewind
Biografie
Eine talentierte und ideenreiche Künstlerin, deren Schaffen dem Phantastischen Realismus und Surrealismus der Gegenwart verbunden ist. Ihre schulische Ausbildung absolvierte sie in Deutschland. Studienreisen ins Ausland, insbesondere nach Asien, erweiterten und prägten ihre künstlerische Perspektive nachhaltig. Ihren Weg zur Kunstmalerin beschritt sie eigenständig und autodidaktisch.
Im Laufe ihrer künstlerischen Tätigkeit präsentierte sie ihre Werke in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen und erlangte durch **Anerkennungen und Veröffentlichungen** überregionale Aufmerksamkeit.
# Sonja Timewind
## Künstlerin des Phantastischen Realismus und Surrealismus
**Sonja Timewind, geb. Sonja Roswitha Prestele**
**5. Februar 1961, Landsberg am Lech – 2018**
Sonja Timewind war eine deutsche Malerin, deren Werk vor allem dem **Phantastischen Realismus** zuzuordnen ist und zugleich deutliche Einflüsse des **Surrealismus** aufweist. Ausgehend von ihrer frühen Faszination für Salvador Dalí und später begleitet durch Ernst Fuchs, der für sie Mentor und wichtiger künstlerischer Bezugspunkt wurde, entwickelte sie als Autodidaktin eine eigenständige **phantastisch-visionäre Bildsprache**.
Ihre Malerei verbindet Elemente des Phantastischen Realismus und Surrealismus mit visionären und spirituellen Vorstellungen. Charakteristisch sind imaginäre Landschaften, kosmische Räume, menschliche und tierische Gestalten sowie kristalline und organische Formen, die sich zwischen gegenständlicher Wirklichkeit, Traum und Vision bewegen.
Im Laufe ihres Schaffens erweiterte Timewind diese gegenständlich-phantastische Malerei zunehmend um freie und abstrakte Ausdrucksformen. Dennoch blieb ein Grundprinzip ihres Werkes erhalten: **die Verbindung der sichtbaren Welt mit einer inneren, visionär erfahrenen Wirklichkeit.**
Ihre Arbeiten entstanden überwiegend in Öl, teilweise unter Verwendung von Acrylfarben, auf Holz und Passepartoutkarton. Neben detailreicher gegenständlicher Malerei entwickelte und verwendete sie experimentelle Verfahren des Farbauftrags und der Strukturbildung, mit denen sie ihre charakteristischen organischen, kristallinen und kosmischen Bildwelten erzeugte.
## Künstlerische Einordnung
Kunsthistorisch liegt der Schwerpunkt von Sonja Timewinds Werk im **Phantastischen Realismus**. Diese Kunstrichtung verbindet eine häufig altmeisterlich anmutende, gegenständliche Malweise mit phantastischen, traumhaften, mythologischen oder visionären Bildinhalten. Gerade die Verbindung von technisch ausgearbeiteter Gegenständlichkeit und einer Wirklichkeit jenseits des unmittelbar Sichtbaren findet sich in wesentlichen Teilen von Timewinds Werk wieder.
Eine zweite wichtige Wurzel bildet der **Surrealismus**. Besonders Salvador Dalí faszinierte Timewind und beeinflusste ihre frühe künstlerische Orientierung. Von ihm übernahm sie jedoch keine fertige Bildsprache. Entscheidend war vielmehr die Vorstellung, dass Malerei nicht an die Gesetze der sichtbaren Realität gebunden sein muss und Traum, Vorstellung und innere Wahrnehmung ebenso zum Gegenstand eines Bildes werden können.
Eine besondere Bedeutung für ihre weitere Entwicklung hatte **Ernst Fuchs**, Mitbegründer und einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Fuchs wurde für Timewind zum Mentor und künstlerischen Bezugspunkt und würdigte sie 1996 als seine „junge Kollegin“. Damit bestand ihre Beziehung zum Phantastischen Realismus nicht allein in einer stilistischen Nähe, sondern auch in einer persönlichen Verbindung zu einem seiner wichtigsten Vertreter.
Innerhalb dieser kunsthistorischen Verortung entwickelte Timewind jedoch eine deutlich eigene Position.
Ihre Arbeiten sind weniger von mythologischen oder religiösen Bildprogrammen geprägt als von **Vision, Spiritualität, Natur und Kosmos**. Menschen, Tiere, Pflanzen, Wasser, Licht und Himmelskörper werden in ihren Bildern zu Bestandteilen einer umfassenderen phantastischen Wirklichkeit. Besonders charakteristisch sind kristalline, feder-, muschel- und pflanzenartige Strukturen, die reale Naturformen aufnehmen und in imaginäre Landschaften verwandeln.
Aus diesem Grund lässt sich ihr Werk präziser als **phantastisch-realistische und surrealistisch beeinflusste, visionäre Malerei** beschreiben.
### Vom Phantastischen Realismus zur freien Abstraktion
Die Zuordnung zum Phantastischen Realismus beschreibt jedoch nicht ihr gesamtes Schaffen.
Während zahlreiche Werke deutlich figurativ und gegenständlich aufgebaut sind, entwickelte Timewind im Laufe ihrer künstlerischen Arbeit zunehmend freiere Ausdrucksformen. Gegenständliche Motive traten teilweise zurück; Farbe, Bewegung, Material und Struktur gewannen an Eigenständigkeit.
In diesen Arbeiten nähert sie sich der **freien beziehungsweise informellen Abstraktion**, ohne ihre bisherige Bildwelt vollständig aufzugeben. Auch dort entstehen organische Strukturen, räumliche Tiefen und Assoziationen an Landschaften, Pflanzen, Wasser oder kosmische Vorgänge.
Dadurch ergibt sich innerhalb ihres Gesamtwerks eine bemerkenswerte Spannweite:
**Phantastischer Realismus → surrealistische Einflüsse → visionär-spirituelle Malerei → experimentelle und freie Abstraktion.**
Diese Begriffe bezeichnen bei Timewind jedoch keine streng voneinander getrennten Werkphasen. Vielmehr überschneiden und durchdringen sie sich. Ein gegenständliches Bild kann zugleich surreal und visionär sein; eine abstrakte Arbeit wiederum kann dieselben organischen oder kosmischen Vorstellungen aufgreifen wie ihre figurativen Gemälde.
Gerade diese Verbindung macht ihre persönliche Handschrift aus.
## Eine eigenständige Position
Sonja Timewind sollte deshalb weder ausschließlich als Surrealistin noch ausschließlich als abstrakte Künstlerin bezeichnet werden. Ihr künstlerisches Zentrum liegt im **Phantastischen Realismus**, den sie unter dem Einfluss des Surrealismus und ihrer eigenen visionär-spirituellen Erfahrungswelt individuell weiterentwickelte.
Salvador Dalí steht dabei für einen wichtigen frühen Impuls des Surrealen, Ernst Fuchs für die unmittelbare Verbindung zum Phantastischen Realismus. Timewinds eigene Entwicklung führte schließlich darüber hinaus: zu einer Malerei, in der **äußere Natur, innere Wahrnehmung und kosmische Vorstellung zu einer eigenen Wirklichkeit verschmelzen**.
Ihre experimentellen abstrakten Arbeiten bilden keinen Gegensatz dazu, sondern erscheinen als konsequente Erweiterung dieses Ansatzes. Wo zuvor Figuren, Landschaften und kosmische Szenarien das Unsichtbare sichtbar machten, übernahmen später zunehmend Farbe, Struktur und Material diese Aufgabe.
So lässt sich ihr künstlerisches Schaffen in einer knappen Form zusammenfassen:
> **Sonja Timewind war eine autodidaktische deutsche Malerin des Phantastischen Realismus mit starken surrealistischen Einflüssen. Aus Vision, Spiritualität, Naturbeobachtung und experimenteller Maltechnik entwickelte sie eine eigenständige phantastisch-visionäre Bildsprache, die sich in Teilen ihres späteren Werkes bis zur freien Abstraktion erweiterte.**
05. Februar 1961
Entwicklung
1967 - 1986
1987 -1998
Lettl war eine einnehmende Erscheinung, war jedoch in seinem narzistischem Wesen nicht fähig, das Talent von Sonja tatsächlich zu würdigen. Im Genenteil, seine eigene Begabung versuchte er auf ihrem Talent hervorzu tun und isolierte sie, sodass sie in ihrem Schaffen nur noch von ihm beinflusst wurde. Er nabelte sie von ihren Freunden, von ihrer Familie ab und hielt sogar ihr kleines Kind auf Distanz, in dem Vorwand, sie müsse Raum haben, um sich ganz auf ihre Werke einstimmen zu können. Sie war ganz und gar absorbiert und in seinem Bann gefangen. Ihr Kind war im jüngsten Alter schon immer in einem anderen Raum oder bei der Großmutter, die jedoch 1996 verstarb und die Künstlerin so, im Alter von 34, ihre Mutter verlor. Lettl verweigerte jeglichen Kontakt zu alten Freunden oder Bekannten ihrerseits, verbrannte oder verwarf alte Erinnerungen. Da er selbst Komponist respektive Violinist war, musizierte er extrem viel und verbot Sonja und ihrer Tochter jegliche anderen Medien. Es durfte nur seine Musik gehört werden, denn die Kunst und die Musik war in seinen Augen eins, andere Einflüsse hätten Sonjas Talant seiner Meinung nach, nur schaden können. So traten die beiden nach außen hin als „Sunbow – Musik für die Augen“ auf.
Ihre erste Austellung war im Jahr 1988. Sie illustrierte eine Serie einer Zeitschrift um 1990. Sie hatte kaum zählbare Artikel in allerlei Zeitungen und Zeitschriften und stellte über 30 mal in den verschiedensten Orten aus. Außerdem verkaufte sie erfolgreich Gemälde in allen Größen und versorgte damit allein ihre Familie. 1996 wurde sie von Ernst Fuchs aus Wien gewürdigt. Er war begeistert vom Talent seiner „jungen Kollegin“.
Ein Unfall der Tochter bremste sie im Jahr 1998. Es war nach dem Tod der Mutter der zweite Schickalsschlag und durch die Verarbeitung blieben die Einkünfte erstmals aus. Die Familie zog aufs Land um sich dort neu zu finden. Jedoch erkrankte die Künstlerin alsbald an der Wassersucht.
1998 – 2006
- Portrait in dem Magazin “Natura Med”. Fünf Gemälde, ausgewählt durch Professor Schilke
